In der Zeit als die Schweizerische Geflügelzuchtschule gegründet wurde, schätzte man den Endrohertrag aus der schweizerischen Geflügelhaltung auf 65 Mio. Franken. Trotz der nicht zu unterschätzenden Bedeutung für die Volkswirtschaft wurde die Geflügelhaltung damals von der Landwirtschaft und den Behörden vernachlässigt. Erst nach einer starken Zunahme der Einfuhren von Eiern und anderen Produkten der Geflügelhaltung wurde der Ruf nach staatlichen Hilfsmassnahmen gehört. Im Vordergrund gestanden war von Anfang an die Förderung der bäuerlichen Geflügelhaltung durch die Schaffung einer staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Geflügelzucht.
Ab dem Jahr 1934 wurden aus den Zollzuschlägen auf eingeführte Futtermittel für die Geflügelhalter Rückerstattungsbeiträge gesprochen. Aus den gleichen Mitteln wurde ein Kredit für die Errichtung einer Lehr- und Versuchsanstalt bewilligt. Mit dem Kauf des Areals bei der landwirtschaftliche Schule Rütti in Zollikofen, das vom Kanton Bern erworben werden konnte, stand dem Bau einer Lehr- und Versuchsanstalt für die Geflügelzucht nichts mehr im Weg. Das Aviforum wurde im Jahr 1935, damals unter dem Namen Schweizerische Geflügelzuchtschule (SGS) durch den Schweizerischen Geflügelzuchtverband (SGV) gegründet.
Mit dem Inkrafttreten der Verordnung über das landwirtschaftliche Bildungs- und Versuchswesen im Jahre 1955 war der Bund nicht mehr bereit, Mittel aus den Zollzuschlägen auf eingeführte Futtermittel zur Finanzierung des Bildung- und Versuchswesens in der Geflügelhaltung zur Verfügung zu stellen. Damit musste die Finanzierung der Geflügelzuchtschule neu ausgerichtet werden und es wurde auf Grund privater Initiative eine Stiftung gegründet. An dieser Stiftung beteiligten sich der Schweizerische Geflügelzuchtverband (SGV), der Verband schweizerischer Eier- und Geflügelverwertungsgenossenschaften (SEG), der Verband schweizerischer Geflügelhalter (VSGH), die Association des aviculteurs professionels romands (ADAPR), die Ge-Ri Geflügelzuchtgenossenschaft, der Bund Schweizerischer Geflügelzüchter und Geflügelhalter und die Schweizerische Eidgenossenschaft. Im Jahr 1962 übergab der Geflügelzuchtverband die Geflügelzuchtschule zur Weiterführung an die neu gegründete Stiftung zur Förderung der Geflügelzucht und –haltung.
Im Jahr 2002 wurde durch den Stiftungsrat unter Einbezug von marktführenden Organisationen (EiAG, EiCO AG, BELL AG, Optigal SA, Fenaco UFA AG, Provimi-Kliba SA) beschlossen, die SGS neu auszurichten und in Aviforum umzubenennen. Das Aviforum wird damit zum Dienstleistungszentrum für die schweizerische Geflügelbranche. Es betreibt die berufliche Aus- und Weiterbildung und setzt praxisorientiert Forschungsergebnisse um. Auf der Basis von Leistungsvereinbarungen mit dem Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) und dem Bundesamt für Veterinärwesen (BVET), allen 26 Kantonen und privaten Organisationen bietet es seine Dienstleistungen an.